#1 1. e2-e4
#2 1. Sb1-c3
#3 1. d2-d4
#4 1. d2-d4
#5 1. c2-c4
Die Partie #6 endet remis und damit Gratulation: Baumi hat die Wette gewonnen und sein berechtigter Jubelschrei schallt über den Rutherhof. Nur für einen kleinen Moment werde ich das Gefühl nicht los, daß meine Spielweise Baumi des öfteren wieder in die Partie zurückgeholt hat ...
Remis im 50. Zug durch dreifache Stellungswiederholung nach 46. h2-h3 Df2-f1+
47. Kh1-h2 Df1-f2+ 48. Kh2-h1 Df2-f1+ 49. Kh1-h2 Df1-f2+ 50. Kh2-h1
Fazit: Und wenn Du nicht gewinnen willst, versuch's halt mit einem Remis. Eine interessante Partie in der Schwarz seine deutlichen Gewinnchancen nicht umsetzt und sich nach weiteren beidseitigen Fehlern in ein Remis retten kann. So findet die etwas unrühmliche Wette ein würdiges Ende.
Die häusliche Analyse bestätigt meine Vermutung: Mehrmals versäume ich es, die Begegnung in eine gewonnene Stellung zu überführen, insbesondere im 10., 12., 25., 37. und 38. Zug. Am Ende der Partie muß ich mich dann mit einem Dauerschach und der damit verbundenen dreimaligen Stellungswiederholung zufrieden geben und in ein Remis retten. Hier weitere Einzelheiten zur Partie:
Baumi wählt den gleichen Eröffnungszug wie in der fünften Partie 1. c2-c4 und es folgt 1. ... e7-e5 2. Sb1-c3 Sg8-f6 3. d2-d4 . Ich antworte 3. e5xd4 4. Dd1xd4 Sb8-c6 5. Dd4-e3+ Lf8-e7 6. g2-g3 d7-d5! und erhalte einen deutlichen Eröffnungsvorteil. Es folgt 7. De3-g5 0-0 8. Sc3xd5 Sf6xd5 9. Dg5xd5 und nach Sc6-b4! nimmt die Mattdrohung gegen den weißen König Formen an. Baumi muß das Feld c2 überdecken denn nach Damentausch 10. Dd5xd8 Tf8xd8 bleibt die Drohung bestehen und Schwarz erobert eine Figur.
Es folgt daher 10. Dd5-e4 und es entsteht die links abgebildete Stellung.
Halten wir fest: Schwarz ist am Zug und hat mindestens vier Entwicklungstempi Vorsprung. Nun gilt es, am Brett den stärksten Zug zu finden, mit Fritz14 ist das natürlich kein Problem. Die stärkste Fortsetzung ist hier 10. ... Tf8-e8! Ich spiele das um einiges schwächere 10. ... f7-f5? gefolgt von
11. De4-b1 f5-f4 12. Lc1xf4? (Lf1-g2 ist besser).
Nun ist folgende Stellung auf dem Brett und
12. ... Tf8xf4! hätte die Partie mehr oder weniger entscheiden, da nach 13. Lc1xf4 Sb4-c2+! 14. Db1xc2 Le7-b4+! die weiße Dame verloren geht. Ich spiele jedoch 12. ... Lc8-f5? und nach 13. e2-e4 Lf5-g6 14. Sg1-f3 Le7-c5 15. a2-a3 Sb4-c6? verspiele ich auch noch meinen Eröffnungsvorteil. Hier ist 15. ... Tf8-e8 wesentlich stärker! Zum Glück versäumt Baumi den stärksten Gegenzug 16. Lf1-g2!.
Es folgt 16. b2-b4? ... und nach 24. f2-f3 Df6-d4+ 25. Kg1-h1 entsteht die links abgebildete Stellung. Anstatt nun den Springer auf d2 einfach zu fressen, sehe ich Gespenster in Form eines drohenden Damenverlustes. Nach 25. ... Dd4xd2! gefolgt von 26. Ta1-d1 Dd2-e2 27. Td1-e1 De2-b5 ist die Dame außer Gefahr und ich stehe klar auf Gewinn denn auf 28. a3-a4 folgt Db5xb4!
Ich spiele 25. ... Sc6-e5?
Die stärkste Fortsetzung ist nach dem Baumi mich mit 37. Tf2xf3? wieder auf die Siegerstraße bringt (der schwarze Turm auf f3 ist tabu: 37. Td1xd2! muß gespielt werden) nun einfach 37. ... Td2xd1!, denn auf 38. Tf3-f8+ folgt 38. ... Dd8xf8 39. Df1xd1 Df8-f3+ mit Damentausch. Ich nehme das Angebot nicht an und spiele den etwas schwächeren Zug 37. ... Se5xf3(?).
Soweit so gut, aber dann patze ich richtig: nach
38. Td1xd2 spiele ich 38. ... Dd8xd2?? und nach 39. Df1xf3! ist der Springer futsch. Warum nicht einfach 38. ... Sf3xd2! und ich behalte eine Mehrfigur! Aus Sorge um meine Grundreihe spiele ich dann auch noch 39. ... Dd2-d8?, besser war hier 39 ... Dd2-c1+ 40. Kh1-g2 Dc1xc5 und das Feld f8 ist gedeckt, ob das noch zu einem Sieg gereicht hätte? Nach dem Partiezug werden Baumis Freibauern gefährlich und ich bin es, der um das Remis kämpfen muß!
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Vom 12.-20. Juli 2014 findet in Dortmund das traditionelle Sparkassen Chess-Meeting statt und hier findet ihr täglich neue Schachaufgaben.